Chronik und astronomische Highlights 2019


Samstag
12. Jan.

Rekordverdächtige Schneeräumaktion

Fotos von Forian Baldes und Peter Meis, Video von Christoph Otawa

Samstag
19. Jan.

20:00 Uhr
Vortrag

"Über Finsternisse und den SAROS-Zyklus"
ein Vortrag von Kurt Motl

Die Priesterastrologen Mesopotamiens waren bereits vor 2½ Jahrtausenden in der Lage, Finsternisse vorauszusagen. Das war für sie wichtig, um die Götter gnädig zu stimmen, denn Sonnen- und Mondfinsternisse bedeuteten vielfach Unheil. Wie schafften es die Babylonier, Assyrer und Chaldäer, den SAROS-Zyklus zu finden ohne Kenntnisse der modernen Astronomie?
Da tun wir uns heutzutage schon leichter. Im Vortrag werden die Grundlagen vermittelt, wie Sonnen- und Mondfinsternisse zustande kommen, welche komplexen Zusammenhänge es gibt und worin der SAROS-Zyklus begründet ist. Das Thema wird anschaulich aufbereitet und Erkenntnisgewinn wird garantiert.
Aktuell steht eine totale Mondfinsternis am kommenden Montag im Ereigniskalender, die letzte für längere Zeit.


Foto-Collage: Dr. Martin Rothe

Montag
21. Jan

04:30 Uhr

Totale Mondfinsternis für Frühaufsteher

Zeitplan der Finsternis:
Am Montagmorgen kann zu einer unchristlichen Zeit am Westhimmel eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Wenn der Vollmond um 3:35 Uhr MEZ in den Halbschatten der Erde eintritt, wird seine Helligkeit unmerklich abnehmen. Um 4:34 Uhr tritt er in den Kernschatten ein. Nun wird der Vollmond partiell verfinstert. Die Totalität beginnt um 5:41 Uhr. Finsternismitte ist um 6:12 Uhr. Bis dahin steht der Rote Mond noch über den Baumwipfeln im Westen der Isartalsternwarte. Die totale Phase endet um 6:43 Uhr. Um 7:51 Uhr ist dann auch die partielle Phase der Mondfinsternis und damit dieses seltene und eindrucksvolle Naturschauspiel beendet. Der Mond wandert jetzt nur noch aus dem Halbschatten der Erde heraus. (Die Zeitangaben wurden für die Isartalsternwarte berechnet.)

Totalität:
Während der ca. 1 Stunde dauernden totalen Phase befindet sich der Mond komplett im Kernschatten der Erde und sollte eigentlich völlig unsichtbar sein. Weil aber die Lufthülle der Erde die Lichtstrahlen der Sonne bricht und die Moleküle der Luft den blauen (kurzwelligen) Anteil des Sonnenlichts stärker streuen als den roten (langwelligen) Anteil, wird der Vollmond während der totalen Phase in ein tiefrotes kupferfarbenes Licht getaucht. Diese Verfärbung brachte ihm in den USA den Namen "blood moon" ein. Faszinierend und befremdlich zugleich wirkt dieses seltene Schauspiel auf den Menschen. In früheren Zeiten verhieß es Unheil und Krieg. Die Chinesen fürchteten den roten Mond und glaubten, ein Drache verschlinge den Mond. Mit viel Krach und Geschrei wurde der Drache verjagt, der wenig später den Mond wieder freigab.

Supervollmond:
Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist eine Ellipse. Wenn der Vollmond in einer erdnahen Position der Ellipse stattfindet, ist sein scheinbarer Durchmesser im Mittel um 11% größer als ein Vollmond in Erdferne und man spricht dann von einem Supervollmond. Die heutige totale Mondfinsternis fällt mit einem "Supervollmond" zusammen.

Öffnungszeiten:
Bei schönem Wetter ist die Sternwarte ab 04:30 Uhr früh geöffnet, zumindest die Dachterrasse  für die Beobachtung des total verfinsterten Mondes am Westhimmel und die Beobachtung einer auffälligen Venus-Jupiter-Konjunktion am Osthimmel. Objekte des Frühlingshimmels, z.B. Galaxien des Virgo-Galaxienhaufens, können bei klarem Himmel beobachtet werden.




Foto: Christoph Otawa
 



Der Himmel war während der Nacht nur leicht verschleiert, aber pünktlich zum Beginn der partiellen Phase breitete sich dichter Hochnebel aus. Schade.


Seltenes Himmelsereignis:

Die nächste totale Mondfinsternis, die wir in Deutschland in voller Länge bewundern können (wenn das Wetter mitspielt) ist erst am 20. Dezember 2029. Bis dahin finden zwar noch fünf totale Mondfinsternisse statt, aber allesamt nicht in voller Länge und sehr nah am Horizont, was für reizvolle Motive für Fotografen sorgt. Die nächste horizontnahe Mondfinsternis ist am 16. Mai 2022 ebenfalls in den frühen Morgenstunden.

Samstag
30. März

Freier Eintritt   beim 17. Bundesweiten


Die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) widmet den Astronomietag 2019 dem Thema Lichtverschmutzung. Durch künstliche Beleuchtung wird der Nachthimmel immer heller. Freunde des gestirnten Himmels müssen sich dunkle Orte suchen. Aber auch die Naturfreunde sind besorgt, da Myriarden Insekten an den grellen Lampen verenden und Zugvögel durch künstliches Licht von ihrem Weg abgebracht werden.
Der WWF ruft an diesem Abend von 20:30 bis 21:30 Uhr zur alljährlichen "Earth Hour" auf. Eine Stunde lang werden einige Städte und Gemeinden die Beleuchtung merklich reduzieren.

Programm an der Isartalsternwarte:
14:00 - 16:00 Uhr:     Sonnenbeobachtung bei klarem Himmel (siehe auch 6. April)
20:00 - open end:
Bei der Nachthimmelführung bei klarem Himmel und ohne störendes Mondlicht stehen die Himmelsobjekte in den Winter- und Frühlingssternbildern im Mittelpunkt: z.B. der Orionnebel, Sternhaufen im Fuhrmann, Supernovaüberrest im Stier, Kugelsternhaufen in den Jagdhunden, Galaxien im Löwen und Großen Bär usw.

Samstag
6. April

20:00 Uhr
Vortrag

Die Nacht der Galaxien  -  ein besonderer Beobachtungsabend mit Vortrag von Christian Müller

Im beginnenden Frühling geht der Blick durch die großen Vereinsteleskope unvorstellbar weit in das Universum hinaus. Rund 50 Millionen Lichtjahre sind zum Beispiel die Galaxien des Virgohaufens im Sternbild Jungfrau entfernt. Hier drängen sich, wie an einer Kette aufgereiht, unterschiedlichste Formen von Galaxien im Bildfeld des leistungsfähigen 60cm-Spiegelteleskops. Im Sternbild des Löwen, das im Frühling hoch am Südhimmel steht, zeigt sich das Leo Triplet und in den Jagdhunden die berühmte Strudelgalaxie M51 (s. Foto von Christoph Otawa).

Zur Einführung in die geführte Beobachtungsnacht referiert Christian Müller im Vortragsraum der Sternwarte über die lange Entdeckungsgeschichte, die Lösung des Galaxienrätsels, ihre Beschaffenheit und die aktuelle Forschung dieser faszinierenden Welteninseln im Universum.

Das Neumondwochenende garantiert einen dunklen Nachthimmel - ideal für die Galaxienbeobachtung im Anschluss an den Vortrag.

Die Veranstaltung findet auch bei unsicheren Wetterbedingungen statt.


Während des Vortrags klarte der Himmel auf.
Ein außergewöhnlich guter Beobachtungsabend folgte, bei dem auch lichtschwache Galaxien mit den verschiedenen  Teleskopen beobachtet werden konnten.


Samstag
18. Mai

20:00 Uhr
Vortrag

"Radioastronomie mit ALMA"  -  ein Vortrag von Martin Brückner
über Beobachtungen von entstehenden Planetensystemen sowie Schwarzen Löchern
mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array




ALMA image of the protoplanetary disc around HL Tauri
Author: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)



Supermassives Schwarzes Loch in der Galaxie M87
Author: Event Horizon Telescope collaboration et al.
Seit über 400 Jahren erkunden die Menschen mit Teleskopen den Himmel. Erst seit wenigen Jahrzehnten gibt es Radioteleskope. Und erst seit wenigen Jahren kann modernste Datenverarbeitung die Möglichkeiten dieser Technik voll ausschöpfen.

Besonders die Entstehung der Sterne und Planetensysteme konnte bisher nicht beobachtet werden. Diese Lücke schließt sich nun. Auch die vor kurzem durch die Presse gegangene erste Abbildung aus der unmittelbaren Umgebung eines Schwarzen Lochs war nur mit Radioteleskopen wie ALMA, geballter Computerpower und internationaler Zusammenarbeit möglich.

Der Vortrag soll Hintergründe und Möglichkeiten der Radioastronomie allgemein verständlich erklären. Zusätzlich werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt.

Nach dem Vortrag besteht bei schönem Wetter die Möglichkeit, die Objekte des Frühlingshimmels mit unseren Teleskopen zu betrachten.
Der Himmel war klar, aber der Vollmond beeinträchtigte die Beobachtung mit den Teleskopen gewaltig. Immerhin konnte man die elliptische Galaxie M87 im 55 Mio. Lichtjahre entfernten Virgo-Galaxienhaufen erkennen.

Samstag
6. Juli
ab
14:00 Uhr

bei klarem
Himmel
bis
24:00 Uhr

Freier Eintritt beim Sommerfest an der Isartalsternwarte

  • ab 14:00 Uhr:   Sonnenbeobachtung mit speziellen Teleskopen: Sonnenflecken, Fackeln, Protuberanzen.
    Mit dem großen 60 cm-Spegelteleskop kann man helle Sterne oder helle Planeten am Tageshimmel erkennen und natürlich auch die Mondsichel.

  • Programm für Kinder:
    14:30 - 15:30 Uhr:   Raketenworkshop für Kinder mit Birgit
    15:30 - 16:00 Uhr:   Wallace & Gromit:   "Alles Käse" bzw. ein Flug zum Mond - Animationsfilm für Kinder
    16:00 - 17:00 Uhr:   Raketenworkshop für Kinder mit Birgit (Wiederholung für später kommende Kinder)

  • Kaffee und Kuchen
  • Unterhaltung oder Fachsimpeln mit Astronomiebegeisterten
  • Gegrilltes und kühle Getränke
  • Relaxen in einer wunderschönen Umgebung
  • Astro-Flohmarkt: populäre astronomische Bücher, astronomische Zeitschriften, Astrofotos u.a.m.

  • Bei einbrechender Dunkelheit werden die Teleskope auf die Planeten Jupiter und Saturn gerichtet. Die Milchstraße erstrahlt in voller Pracht. Das Milchstraßenzentrum kulminiert im Süden. Die Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules und Schütze sind faszinierende Objekte. Ein prachtvoller offener Sternhaufen ist der Wildentenhaufen. Lagunen-, Trifid- und Omeganebel sind Sternentstehungsgebiete. Ein Nebel, der aussieht wie ein Rauchring, wirft Fragen auf. Bis zu den fernen Nebeln, die sich als Galaxien entpuppen, führt unsere Reise ins Universum.
Ein heißer Sommertag mit wolkigem Himmel.

Dienstag
16. Juli

22:00 Uhr
bis
01:00 Uhr

Partielle Mondfinsternis

Der Vollmond geht um 21:03 Uhr MESZ am Südosthorizont auf. Bis er über den Baumwipfeln steht, vergeht rund eine Stunde. Genau um 22:01 Uhr tritt er in den Kernschatten der Erde ein und die partielle Phase beginnt. Eineinhalb Stunden später, um 23:31 Uhr, erreicht er mit 66 % das Maximum der partiellen Verfinsterung. Wiederum eineinhalb Stunden später, um genau 01:00 Uhr, wird er den Kernschatten verlassen.

Außerdem stehen die beiden Gasriesen Jupiter und Saturn am Himmel. Es sind "muss man gesehen haben"-Objekte: Jupiter mit den vier Galileischen Monden und Saturn mit seinem einzigartigen Ring.

Öffnungszeiten:
Bei schönem Wetter ist die Sternwarte von 22:00 Uhr bis 01:00 Uhr geöffnet.

Wer diese Mondfinsternis verpasst, hat am 16. Mai 2022 wieder eine Chance.

Samstag
20. Juli

20:00 Uhr
Vortrag

"50 Jahre Mondlandung"   -   ein Vortrag von Martin Brückner

"Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit."
("That's one small step for (a) man, one giant leap for mankind.")
Neil Armstrong, Apollo 11


"Buzz" Aldrin   (Foto: Neil Armstrong)

Martin Brückner

Sonntag
11. Aug.

Besuch des SUPERNOVA-Planetariums in Garching


12:30 - 13:30 Uhr:   Planetariumsshow
13:30 - 14:30 Uhr:   Gebäudeführung: Planetarium und ESO
14:30 -    open:   Besichtigung der Ausstellung

Zu den Fotos von Christoph Otawa

Samstag
21. Sept.

20:00 Uhr
Vortrag

Die Sonne:  "Unser" Stern   -   Vom aktuellen Stand der Sonnenforschung
ein Vortrag mit Bildern von Hans-Georg Schmidt

Ab dem Morgen des 23.09. werden auf der Nordhalbkugel die Tage kürzer als die Nächte sein. Damit gewinnt hier bei uns ein Gestirn wieder eine ganz besondere Bedeutung: Unsere Sonne! Noch vor hundert Jahren war es völlig unklar, woraus die Sonne ihre unvorstellbar großen Energien schöpft und damit unser Leben überhaupt erst möglich macht.

Inzwischen ist die Erforschung "unseres Sterns" erheblich vorangekommen. Daran sind nicht nur erdgebundene Teleskope beteiligt, sondern auch spezielle Satelliten, mit denen die Sonne ständig überwacht wird. Immerhin könnte sie mit einem einzigen großen Energieausbruch unser alltägliches Leben gewaltig stören. Der Vortrag wird sich eingehend mit diesen Themen befassen.



Nach dem Vortrag besteht bei schönem Wetter die Möglichkeit, die Objekte des Herbsthimmels mit unseren Teleskopen zu betrachten.

Die Sonne im Licht des Wasserstoffs.          Aufnahme H.-G. Schmidt


Hans-Georg Schmidt verstand es, seine zahlreichen Zuhörer - der Vortragsraum der Sternwarte war bis zum letzten Quadratdezimeter belegt - auf eine kurzweilige Reise zur Sonne mitzunehmen. Er spannte einen historischen Bogen von der ersten teleskopischen Beobachtung der Sonne durch Galilei über Fraunhofer, der die Fraunhofer-Linien im Spektrum  der Sonne entdeckte, bis zum Solar Dynamics Observatory, das im Erdorbit die dynamischen Vorgänge auf der Sonne überwacht. Ein weiterer Bogen reichte von der Energieerzeugung durch Kernfusion im Innern über die auf der Oberfläche sichtbaren Aktivitäten bis zu den Coronal Mass Ejections, die, sofern sie die Erde treffen, unsere hochtechnisierte Zivilisation empfindlich schädigen können. Mit dem Lebensweg der Sonne  von einer Gaswolke bis zum dunklen Zwergstern endete der informative Vortrag.
Die anschließende mondlose Beobachtungsnacht war von einer Qualität, wie man sie vielleicht nur fünfmal im Jahr erlebt. Neben den bereits sehr tief stehenden Gasplaneten Jupiter und Saturn konnten unsere zahlreichen Besucher die attraktiven Deep Sky-Objekte des Sommer- und Herbsthimmels mit unseren Teleskopen bewundern.

Samstag
12. Okt.

20:00 Uhr
Vortrag

"Der Kosmos bebt"
Forscher entdecken die geheimnisvollen Gravitationswellen

ein Vortrag mit Bildern und Videoclips von Helmut Hornung M.A.


Kollision im Kosmos: Wenn zwei Neutronensterne miteinander verschmelzen, entstehen Gravitationswellen.
Foto: University of Warwick / Mark Garlick

Der 14. September 2015 wird in die Wissenschaftsgeschichte eingehen. An jenem Tag empfingen Forscher erstmals Gravitationswellen – 100 Jahre, nachdem Albert Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie veröffentlichte, die solche Rippel in der Raumzeit vorhersagt. Sie stammten von zwei verschmelzenden, 29 und 36 Sonnenmassen schweren Schwarzen Löchern in ungefähr 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung. Die Wellen rauschten durch die beiden Detektoren des Observatoriums Advanced LIGO in den USA und wurden erstmals am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover bemerkt. Dort hatten die Wissenschaftler in den vergangenen Jahren die technischen Voraussetzungen für den sensationellen Fund geschaffen. Das enge Zusammenspiel von Experiment, Simulation, Berechnung und Datenanalyse brachte hier Licht in die dunklen Ecken des Universums. Der Vortrag erklärt, was sich hinter Gravitationswellen verbirgt und warum sie ein neues Beobachtungsfenster ins All aufstoßen.

Helmut Hornung M.A. ist Leitender Wissenschaftsredakteur bei der Max-Planck-Gesellschaft, Sachbuchautor und freier Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung für Themen aus Astronomie und Raumfahrt.

Nach dem Vortrag besteht bei schönem Wetter die Möglichkeit, die Objekte des Herbsthimmels mit unseren Teleskopen zu betrachten.   Eintritt Erwachsene: 9,- €, Jugendliche: 5,- €

Samstag
26. Okt.

20:00 Uhr
Vortrag

"Sonnenfinsternis über den Anden"
                                     ein Vortrag mit Reisefotos von Volkmar Voigtländer




Wir möchten Sie in eine Landschaft entführen, die auf unserem Planeten einzigartig ist. Vulkane, Salzseen und Hoch- ebenen bilden die perfekte Kulisse für das wohl eindrucksvollste Naturschauspiel - eine totale Sonnenfinsternis.
Der Vortrag berichtet neben der Sonnenfinsternis über die surrealen Landschaften im Altiplano von Argentinien, Bolivien und Chile.

     
                             Salar de Uyuni (Bolivien)                                                                Cono de Arita (Argentinien)

Nach dem Sonnenfinsternisvortrag mit den phantastischen Reisefotos besteht bei schönem Wetter die Möglichkeit, die Objekte des Herbsthimmels mit unseren Teleskopen zu betrachten.

Samstag
9. Nov.

20:00 Uhr
Vortrag

"Über Finsternisse und Minifinsternisse" - ein Vortrag von Kurt Motl

anlässlich des Merkurtransits am Nachmittag des 11.11.2019.

Warum sind die Transite der inneren Planeten Merkur und Venus sehr seltene astronomische Ereignisse und welche weitreichende astronomische Bedeutung erlangten die Transite der Venus nach der Erfindung des Fernrohrs?

Sonnen- und Mondfinsternisse sind für uns Erdenbewohner die faszinierendsten Himmelsschauspiele - aber kann man Sonnen- und Mondfinsternisse auch auf anderen Planeten beobachten?

Die Entdeckung des ersten Exoplaneten, der eine fremde Sonne umkreist, wurde erst vor wenigen Wochen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Anlass genug, auf die Techniken einzugehen, die zur Entdeckung von Lichtjahre entfernten Exoplaneten führen.

Venustransit  -  Foto: Christoph Otawa

Montag
11. Nov.

13:00 Uhr


Merkurtransit   -   Der Götterbote passiert die Sonnenscheibe


Merkurtransit vom 9. Mai 2016                                                               © NASA, Solar and Heliospheric Observatory (Ausschnitt)

Durchgänge des innersten Planeten Merkur oder Merkurtransite sind seltene astronomische Ereignisse. Zwischen 1950 und 2050 sind in Mitteleuropa nur zehn Merkurtransite zu beobachten, davon sechs vollständige. Der nächste Merkurtransit findet am 13. November 2032 statt. Beim heutigen Merkurtransit geht die Sonne unter, während der Transit noch nicht beendet ist.

Zeitplan des Merkurtransits:
13:35:30 Uhr 1. Kontakt: Merkur berührt den Sonnenrand. Sonne im SSW und 21° über dem Horizont.
13:37:11 Uhr 2. Kontakt: Merkur löst sich vom Sonnenrand und ist ein winziger dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe.
Durchmesser des Merkurscheibchens: 10"
Der Merkur wandert von Ost nach West über die Sonnenscheibe, da der Planet die Erde auf der Innenbahn überholt. (Im Gegensatz dazu wandert der Mond bei der Sonnenfinsternis von West nach Ost über die Sonnenscheibe.)
16:19:40 Uhr Merkur erreicht den Mittelpunkt seiner Bahn vor der Sonne und ist nur 4 % des Sonnendurchmessers vom Mittelpunkt der Sonnenscheibe entfernt. Sonne im WSW und nur 3° über dem Horizont.
16:42 Uhr Sonnenuntergang und damit vorzeitiges Ende des 5 1/2 h dauernden Transits.
Zeitangaben in MEZ, berechnet für die Isartalsternwarte.

Beobachtungshinweise:
Der Merkur ist so klein, dass man ihn mit bloßen Augen nicht sehen kann. Erforderlich ist ein Teleskop, das mit einem speziellen Sonnenfilter ausgerüstet ist.
In Abhängigkeit von der Sonnenaktivität können auf der Sonnenoberfläche auch Sonnenflecken, Flares, Protuberanzen und Filamente beobachtet werden.
Warnhinweis:
Mit Feldstechern und Teleskopen niemals ohne spezielle Filter in die Sonne sehen!   Es droht sofortige Erblindung.

Christian fotografierte und berichtete:
  
Wir haben mittags fleißig eine Teleskopbatterie auf der Dachterrasse aufgebaut. Leider haben uns diverse Wolkenformationen die Sicht auf die Sonne verhagelt. Ich war zufälligerweise in einem 30-Sekunden-Wolkenloch am Okular meines FH-Refraktors und habe den winzigen Merkur erhaschen können, so ein Glück! Christoph hat den Livestream im Vortragsraum über den Beamer an die Wand projiziert.
Z.B. den Livestream der NASA-Sonde 'Solar Dynamics Observatory' (SDO).   Link zum Video

In Garmisch schien die Sonne durch dünne Wolken:
  Foto: Dr. Martin Rothe

Nächste Chance am 13. Nov. 2032.

nach oben zum Seitenanfang